Bericht der Jahreshauptversammlung vom 21.03.2014:

 

 

Disziplin im Straßenverkehr hilft Unfälle senken

 

Der Saal konnte die Besucher bei der Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Neumarkt kaum fassen. So freute sich Hermann Pfeifer, Vorsitzender, mit seinem Team Schreiner, Wohlmann, Traboulsi, März, Otto, Heidkamp nicht nur über die Anzahl der Mitglieder, sondern auch über eine Reihe von Ehrengästen, an der Spitze Landrat Albert Löhner, der die exzellente Arbeit einer der bedeutendsten Organisationen als vorbildlich und deshalb der Zuwendungen würdig bezeichnete.

Die Anerkennung der Neumarkter Verkehrswacht unterstrich mit seiner Anwesenheit Erster Polizeihauptkommissar Hubert Schröder, der eigens aus dem Bayerischen Staatsministerium des Innern angereist war. Kurz berichtete er über Intentionen aus dem IM: So sei eine Wiederaufnahme der Schulbusfahrerseminare geplant, um die Unfälle in Bayern weiter zu reduzieren. Alle sonstigen Aktionen würden beibehalten und intensiviert. Immerhin gab es 2013 bei den Verkehrsunfällen eine Steigerung um 2,2% auf 372 426. Hauptunfallursachen sei die überhöhte Geschwindigkeit vor Missachtung der Vorfahrt.

Durchaus kein Nebenschauplatz war die Diskussion um die Verkehrsführung der Radfahrwege, die teils heftig kritisiert wurde, gerade derzeit bei den zahlreichen Baustellen. Gerade durch die Zunahme der Pedelec-Fahrer und die dadurch bedingte erhöhte Geschwindigkeit mache das Fahren auf der gleichen Ebene der Autofahrer besonders vor Kreuzungen und beim Abbiegen nach rechts gefährlicher. Immer noch missachteten viele den so gen. Toten Winkel.

Pfeifer forderte ein soziales Verkehrsnetz und nicht vorrangig den Ausbau des Kommunikationsnetzes im PKW. Ein runder Tisch im Sinne von „Umsicht – Rücksicht – Vorsicht“ in Kürze sollte Lösungen zur Prävention aufzeigen.

Bevor Dr. Ludwig Kleine, Oberarzt in der Unfallchirurgie am Klinikum Neumarkt, die Anwesenden mit seinem hoch aktuellen Thema „Verletzungsmuster bei Fahrradunfällen“ in seinen Bann zog, gab Erwin März als Geschäftsführer den Jahresbericht.

Bei etwas gesteigertem Mitgliederstand behielt man die bewährten Aktionen bei. Z. B. wurden 1107 Schüler weiterführender Schulen von Polizeioberrat Helmut Lukas, ebenso anwesend wie der Oberpfälzer Präsident Kraus, über Drogen und Alkohol aufgeklärt. 55 Klassen unterwies Erwin Klinger in Sachen „Toter Winkel“.Die Verkehrserzieher Herbert Nedo und Thomas Quaas betreuten 1354 Schüler bei der Radfahrausbildung.

Ohne die 45 Schülerlotsen, 37 Schulbuslotsen, 89 Schulweghelfer und 4 Schulbusbegleiter wäre die Statistik weit weniger positiv. Kein einziger tödlicher Unfall hat sich ereignet.

Sicherheitstrainingseinheiten für Biker und PKW, Info-Veranstaltungen für Senioren, Teilnahme am Kinderbürgerfest vervollständigten die Aktivität der Verkehrswacht. Ein Dankeschön gab es für die Banken, die Straßenmeisterei, die Gemeinden, die Stadt und den Landkreis, das Amtsgericht, die Polizei, das Schulamt, TÜV und DEKRA, die Kreishandwerkerschaft, das Busunternehmen Arzt, die Fa. Zweirad Stadler und die Fa. Edenharder.

Die vorbildliche Kassenführung von Sabine Heidkamp bescheinigten die Kassenprüfer.

Dr. Kleine umriss mit teils schockierenden Bildern und klaren Worten die Gefahren des Radfahrens bei Nichtbefolgen von Geboten, Verboten und Empfehlungen und die Folgen bei Unfällen. Durch die Erhöhung der Fahrer mit Unterstützungsmotor mit teils wesentlich mehr als 25 km/h steige auch das Risiko der Zunahme von Unfällen. Deshalb biete die Verkehrswacht auch am 05.04. eine Übungseinheit mit Pedelecs in Theorie und Praxis auf dem Gelände der Fa. Zweirad Stadler an. Am häufigsten betroffen sind bei Unfällen die Kopf- und Schulterverletzungen mit teils lang andauernden Folgen und Einschränkungen. Unverständlich bleibt, dass die Helmpflicht noch nicht eingeführt sei. Hauptproblem sei jedoch die mangelnde Disziplin vieler Radfahrer. Derzeit seien auch nicht alle Radwege in Neumarkt, wie durch aktuelle Fotos bewiesen, optimal geführt. Der Radfahrer wolle möglichst schnell ans Ziel, sofern er kein Freizeitradler ist. Deshalb würden verkürzte, aber verbotene Wege gefahren. Ein ganz anderer Typ sei der Rennfahrer, dem Radwege offenbar eher suspekt seien. Der „Todbringer“, so Dr. Kleine, sei beim Rechtsabbiegen der unbeachtete Tote Winkel. So stimmte er mit dem qualitativ hochwertig arbeitenden Team der Verkehrswacht überein, dass ein Runder Tisch mit allen Verantwortlichen der richtige Weg sei, um alle Anstrengungen zu unternehmen, die Unfallzahlen weiter zurückzuschrauben, wie Pfeifer betonte.